moderne, patientenfreundliche Methode zur Unterstützung bei unklaren Brustbefunden

Thermographie bei unklaren Brustbefunden

– eine moderne, patientenfreundliche Methode zur Unterstützung bei unklaren Brustbefunden

Die Infrarot-Thermographie ist kein Ersatz für Mammographie, Ultraschall oder MRT – sie ist eine ergänzende Methode. Sie wird in Deutschland derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und zählt nicht zu den leitliniengerechten Standardverfahren der Brustkrebsfrüherkennung. Dennoch wächst das wissenschaftliche Interesse an ihrem gezielten Einsatz als patientenschonende Methode in der Abklärungsdiagnostik.

Ausgangslage

Bei Frauen ist Brustkrebs die häufigste Krebsart, die unbehandelt tödlich endet. Mit den in Deutschland eingeführten Screeningprogrammen gelingt in vielen Fällen eine Früherkennung mit der Möglichkeit einer erfolgreichen Behandlung.

Etwa eine von 20 Frauen im Mammographie-Screening erhält einen verdächtigen Befund. Wenn die weitere Diagnostik mit Ultraschall Krebs nicht ausschließen kann, wird eine Biopsie empfohlen. Rund 35.000 Frauen pro Jahr stehen in Deutschland vor dieser Situation; in etwa 17.000 Fällen bestätigt sich dabei ein bösartiger Tumor.
Das bedeutet grob: nur etwa die Hälfte der Biopsien bestätigt Krebs mit der Folge einer operativen Entfernung des Tumors. Ungefähr jede zweite Biopsie erfordert jedoch keine weitere Behandlung und hinterlässt Narben und Gewebeveränderungen, die in der nächsten Bildgebung wieder zu unklaren Befunden und Belastung durch Folgediagnostik führen können.

Über viele Screeningrunden hinweg steigt für Frauen das kumulative Risiko, mindestens einmal einen Fehlalarm und damit Zusatzbildgebung und Biopsie zu erleben.

Die digitale Infrarot-Thermographie (auch Brust-Thermographie genannt) bietet hier eine strahlenfreie, schmerzfreie und berührungslose Ergänzung, die zusätzliche Informationen liefern kann, ohne den Körper zu belasten.Was macht die Thermographie besonders?

  • Keine Strahlenbelastung – im Gegensatz zur Mammographie
  • Völlig schmerzfrei – kein Pressen, kein Kontakt
  • Wiederholbar ohne Risiko – ideal für Verlaufskontrollen
  • Physiologische Information – sie zeigt Wärmemuster und Durchblutungsveränderungen, die tumoröse Prozesse oft bereits in sehr frühem Stadium erkennen lassen

Die Brustthermographie kann den Druck auf Patientinnen reduzieren, der in der Grauzone von unklaren Befunden unvermeidlich ist. Die Wahrscheinlichkeit unnötiger Biopsien kann mit Thermographie und modernen Methoden zur Auswertung der IR-Bilder merklich vermindert werden.

Anwendung der Thermographie in anderen Ländern

In manchen Ländern wird Thermographie als ergänzende oder alternative Methode erforscht und eingesetzt – mit teils positiven, aber heterogenen Ergebnissen:

  • Brasilien: Es gibt etablierte Datenbanken (z. B. DMR – Database for Mastology Research) und Studien, die Thermographie mit KI-Unterstützung testen. Neuere Arbeiten berichten von Sensitivitäten um 80–90 % in Kombination mit Ultraschall, besonders in Low-Resource-Settings.
  • China: Mehrere multizentrische Studien (z. B. mit über 2000 Patientinnen) und KI-basierte Thermographie-Systeme zeigen vielversprechende Ergebnisse für Screening in der Allgemeinbevölkerung. Sensitivität/Spezifität in neueren Publikationen oft > 85 %, teils als Ergänzung zu Ultraschall.
  • Indien: Thermographie wird als kostengünstige, strahlenfreie Option diskutiert, da Mammographie in vielen Regionen nicht flächendeckend verfügbar ist. Studien berichten Erfolge bei Früherkennung, oft kombiniert mit anderen Methoden.
  • In Russland und anderen BRICS-Ländern (Brasilien, Indien, China, Südafrika) kommt Thermographie in manchen Programmen zum Einsatz – meist zusammen mit Ultraschall oder anderen Verfahren, um eine breitere Früherkennung in der Bevölkerung zu ermöglichen.

Wissenschaftliche Grundlage aktuelle Daten (Stand 2024/2025)

Eine große systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse aus dem Jahr 2024 (22 Studien, Publikation November 2024) ergab für die digitale Infrarot-Thermographie eine gepoolte Sensitivität von 88,5 % und eine Spezifität von 71,8 %.

Besonders erfreulich: In den neueren Studien verbessert sich die Spezifität kontinuierlich und erreicht Werte, die mit etablierten diagnostischen Verfahren vergleichbar sind.(Goñi-Arana A et al. Breast thermography: a systematic review and meta-analysis. Systematic Reviews 2024;13:295.

Weitere Arbeiten mit KI-Unterstützung berichten in ausgewählten Kollektiven von Sensitivitäten bis 89–98 % (je nach Kombination mit klinischen Daten) und zeigen Potenzial, die Methode weiter zu verbessern.

Häufige Frage: Kann Thermographie Biopsien vermeiden helfen? Bei unklaren, aber niedrig-verdächtigen Befunden (z. B. BI-RADS 3 oder 4A) kann ein normales Thermogramm die Wahrscheinlichkeit eines bösartigen Prozesses weiter senken. In manchen Analysen wird dadurch ein relevanter Anteil unnötiger Biopsien (ca. 14–20 % in ausgewählten Serien) vermieden, bei akzeptablem Risiko.

Laufende Forschung – ThermoBreast-Projekt (EU-gefördert). Das internationale Projekt ThermoBreast (ClinicalTrials.gov NCT06266026) untersucht genau diese Frage: Kann KI-gestützte dynamische Thermographie bei der Abklärung unklarer Befunde die diagnostische Sicherheit erhöhen und unnötige invasive Schritte reduzieren? Erste Teilergebnisse und qualitative Studien zeigen hohe Akzeptanz bei Frauen – vor allem wegen der schmerzfreien, kontaktlosen Natur der Untersuchung.

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